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Wenn Fliegen Angst macht - was hilft


Bild: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-tmn

Ein Flugzeug muss wegen einer Bombendrohung außerplanmäßig umgeleitet werden, ein anderes beim Landeanflug eskortiert werden. Am vergangenen Dienstag haben gleich mehrere Fälle von Bombendrohungen den europäischen Flugverkehr beeinträchtigt. Alle betroffenen Maschinen landeten sicher.

Für viele Menschen ist das dennoch ein Schreckensszenario. Auch wenn Fliegen statistisch als eines der sichersten Verkehrsmittel gilt, empfinden viele Menschen beim Fliegen Angst oder Unwohlsein.

Negative Erfahrungen, Medienberichte oder Erzählungen können Auslöser einer Flugangst sein, heißt es vom Berliner Centrum für Reise- und Tropenmedizin (BCRT). 

Flugangst - warum Vermeidung nicht weiterhilft

Flugangst gilt demnach als spezifisch isolierte Phobie. Sie tritt in der Regel erst dann auf, wenn Betroffene tatsächlich mit der Flugsituation konfrontiert werden. Zwar wissen viele Betroffene, dass Fliegen objektiv sehr sicher ist, erlebten ihre Angst aber trotz des Wissens als belastend. Häufig führt das dazu, dass Fliegen ganz vermieden wird. 

Aber was, wenn Fliegen unumgänglich ist, etwa aus beruflichen oder familiären Gründen? Wichtig ist, Ängste nicht zu verdrängen, sondern sich damit auseinanderzusetzen. Flugangst kann unterschiedliche Auslöser haben und auch mit individuellen Belastungen zusammenhängen. Abhängig davon können auch die Behandlungsstrategien unterschiedlich aussehen.

Wann Selbsthilfe-Maßnahmen ausreichen 

Entscheidend ist, wie schwer die Ängste ausgeprägt sind. Bei eher schwachen Symptomen können auch Selbsthilfe-Techniken und Ratgeber dabei helfen, Ängste zu bewältigen, heißt es vom BCRT. 

Hilfreich in akuten Situationen und auch am Flughafen oder im Flugzeug umsetzbar: die progressive Muskelentspannung. Dabei wird eine Muskelgruppe nach der anderen im Körper angespannt, die Spannung einige Sekunden gehalten, dann alles entspannt. Die Übung soll dem Informationsportal «Neurologen und Psychiater im Netz» zufolge unter anderem dazu beitragen, dass der Blutdruck sinkt, der Puls sich verlangsamt und auch die Atmung ruhiger wird. 

Wie professionelle Unterstützung aussehen kann

In anderen, schwereren Fällen von Flugangst ist zur Behandlung aber auch professionelle Unterstützung notwendig. Als bewährt gelten Verfahren aus der Verhaltenstherapie. Menschen mit Flugangst lernen dabei schrittweise Strategien zur Angstbewältigung.

Beim Fliegen kann zum Beispiel zunächst die Aufklärung über Abläufe und Technik des Fliegens dazu beitragen, Unsicherheiten zu reduzieren und den Umgang mit Flugsituationen zu erleichtern. Dafür gibt es zum Teil spezielle Seminare.

Auch die sogenannte Exposition ist bei der Behandlung von Ängsten im therapeutischen Rahmen zentral. Das bedeutet, dass Patientinnen und Patienten sich bewusst und schrittweise angstauslösenden Situationen aussetzen. Unter Umständen kommt laut BCRT virtuelle Realität zum Einsatz, um Flugsituationen realistisch zu simulieren. Auch therapeutisch begleitete Flüge sind denkbar.


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(04.11.2026)